Junge Sozialisten in der SPD

Jung

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Wir wollen ein Europa, das allen jungen Menschen Zukunftschancen bietet. Dafür brauchen wir ein Bildungssystem, das niemanden zurücklässt. Dazu gehört eine Durchlässigkeit zwischen den Schulsystemen in einem Land, aber auch zwischen unterschiedlichen europäischen Ländern. Es braucht Schulabschlüsse, deren Vergleichbarkeit in ganz Europa geregelt ist und die tatsächliche Anerkennung von unterschiedlichen Bildungsabschlüssen in allen Mitgliedstaaten. Wir wollen eine EU, die allen gleichwertige Lebensverhältnisse garantiert – egal wo jemand aufgewachsen bist. Ein Abschluss in Kroatien, in Deutschland oder in Finnland muss für deine Chancen auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz gleich viel bedeuten wie ein Abschluss in Portugal, Lettland oder den Niederlanden. Um diesem Ziel näher zu kommen muss das Bildungsbudget der EU deutlich erhöht werden. Unabhängig vom Geldbeutel der Eltern muss jede*r an einem Schulaustausch in Europa teilnehmen können. Dafür müssen Austauschprogramme finanziell abgesichert sein und allen Schüler*innen eine Teilnahme ermöglicht werden.

Auch für die berufliche Ausbildung wollen wir vergleichbare Standards in ganz Europa erreichen. Diese sollen sich an einem dualen Ausbildungssystem orientieren. In unterschiedlichen Varianten gibt es ein solches Ausbildungskonzept heute in Dänemark, in Österreich, in Deutschland und zum Teil auch in den Niederlanden. Ausbildung soll damit in allen EU-Ländern sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule stattfinden, theoretisches und praktisches Wissen wären damit eng miteinander verknüpft und ein Abschluss über nationale Grenzen hinaus anerkannt.

Das Ziel ist klar: Alle Jugendlichen in Europa müssen eine Ausbildung machen können. Um das zu erreichen, wollen wir eine europäische Ausbildungsgarantie. Im Moment existiert in der EU eine Jugendgarantie, die festlegt, dass alle Menschen unter 25 nach ihrem Abschluss oder wenn sie arbeitslos werden, innerhalb von vier Monaten ein Jobangebot, eine Weiterbildungsmöglichkeit oder einen Praktikumsplatz bekommen müssen. Die Ausbildungsgarantie, die wir wollen, würde die EU verpflichten, allen Jugendlichen eine mindestens dreijährige berufliche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf unter in einem Ausbildungsvertrag festgehaltenen Bedingungen zu ermöglichen. Entsprechend des Mindestlohnkorridors fordern wir auch in Bezug auf die Ausbildung einen Korridor, in dem sich eine europäische Mindestausbildungsvergütung bewegen muss. Dieser Korridor muss sich zum einen an den lokalen Lebenshaltungskosten orientieren, zum anderen aber auch die tarifliche Bezahlung vor Ort berücksichtigen.

Heute sind viele Unternehmen nicht nur auf einen Nationalstaat beschränkt. Gerade große Unternehmen sind über ganz Europa verteilt – deshalb müssen wir auch Mitbestimmung auf europäischer Ebene organisieren können durch europaweite Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Dadurch entstehen nicht nur mehr Einfluss- und Mitsprachemöglichkeiten, sondern auch ein persönlicher Austausch zwischen den Auszubildenden.

Erasmus ist eine Erfolgsgeschichte und hat vielen Studierenden zahlreiche Begegnungen mit anderen Europäer*innen ermöglicht und ihnen die Chance gegeben Europa zu erkunden. Wir wollen eine Erhöhung des Erasmus+ Budgets um noch mehr Menschen, die zum Beispiel eine Ausbildung machen den Austausch zu ermöglichen. Für uns ist klar: Bildung ist nichts nur was für junge Menschen – lebenslanges Lernen muss im Erasmus-Programm eine viel größere Rolle spielen.
Ein Europa in dem alle Jugendlichen, die gleichen Chancen auf Bildung und Teilhabe bekommen ist unsere Verantwortung.

Junge Sozialisten in der SPD