Die Zeichen der Zeit erkennen
Zu der Forderung der Jungen Union einen Pflichtdienst einzuführen erklärt die Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel:
Die Junge Union hat richtig erkannt, dass mit dem sechsmonatigen Wehrpraktikum nun endlich das Ende der Wehrpflicht eingeläutet wurde. Doch anstatt die richtigen Konsequenzen zu ziehen, setzen Mißfelder und Co. auf eine allgemeine Dienstpflicht. Damit wenden sie sich gegen alle finanz-, sozial- und verteidigungspolitisch sinnvollen Überlegungen die Wehrpflicht endlich abzuschaffen. Stattdessen wollen sie mal eben das Grundgesetz ändern, um die letzten Überreste aus dem Kalten Krieg zu konservieren.
Junge Männer ihrer Freiheit zu berauben und zu einem Pflichtdienst zu zwingen, nur um den Zivildienst zu retten, ist mehr als moralisch verwerflich. Die Sozialsysteme können erwiesenermaßen sehr gut auf den Zivildienst verzichten und die frei werdenden Arbeitsplätze mit ausgebildeten Fachkräften besetzt werden. Diese letzten verzweifelten Versuche, die Wehrpflicht zu retten, zeigen, dass das Konzept am Ende ist. So ist die bestehende Wehrungerechtigkeit ein klares Argument für die Abschaffung und nicht für die Ausweitung von Zwang.
Die Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate läutet endgültig das Ende für ein letztes Relikt des Kalten Krieges ein. Ein Festhalten an diesem Wehrpraktikum entbehrt jeder rationalen Grundlage und ist ausschließlich ideologisch begründet.
Deshalb muss die Wehrpflicht endlich komplett abgeschafft werden.









