Betreuungsgeld - totaler Schwachsinn
Zum geplanten Betreuungsgeld der CDU/CSU-Fraktion erklärt der Juso-Bundesvorsitzende, Sascha Vogt:
"Das Betreuungsgeld zementiert tradierte Rollen- und Geschlechterverhältnisse. Frauen sollen weiterhin an den Herd gefesselt werden, anstatt eine eigenständige Arbeit, Unabhängigkeit und eine eigene Altersvorsorge zu erreichen. Hundert Euro sollen dabei helfen, dass sich Arbeiten für Mütter gar nicht lohnt. Das Geld setzt Fehlanreize und gefährdet die Erwerbsbeteiligung von Frauen.
Gerade Kinder aus benachteiligten Verhältnissen, deren Eltern auf zusätzliches Geld angewiesen sind, werden darunter am meisten leiden. Ihnen wird so die Förderung an öffentlichen Kindertagesstätten verwehrt. Studien zeigen, dass gerade Kinder aus sozial schwachen Familien am meisten von dem Besuch einer Kindertagesstätte profitieren. Was kommt als nächstes? Bildungsgeld für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Schule geben?
Wir brauchen stattdessen einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland. Echte Wahlfreiheit kann nur geschaffen werden, wenn ausreichende Plätze für Kindertagesstätten zur Verfügung stehen. Es darf nicht den Versuch geben, materielle Not von Eltern auszunutzen, um ihnen tradierte bayrische Rollenbilder aufzudrängen. Das Betreuungsgeld ist aber nicht nur durch seine verfehlten Anreize gefährlich. Es bindet auch Milliarden, die für den Ausbau der Kinderbetreuung genutzt werden könnten.
Die so genannte "Herdprämie" ist ein absolutes Desaster. Mittlerweile regt sich auch aus den eigenen Reihen massiver Widerstand - wer kann da an ein solches "Projekt" noch glauben? Es ist höchste Zeit, dass auch die Familienministerin Schröder und die CDU/CSU Konsequenzen ziehen und diesen Schwachsinn beerdigen."




