Für sichere und angemessene Unterkünfte

Für sichere und angemessene Unterkünfte

Die Unterbringung von Geflüchteten wird in jedem Bundesland anders geregelt. Da aber die Verteilung von Flüchtenden zufällig erfolgt, ist es ein Glücksspiel für den Geflüchteten wo er oder sie nun landet. Wir fordern eine Harmonisierung der Unterbringungsstandards nach oben. Fundamental ist dabei, dass wir die zentralisierte Unterbringung in Lagern, abseits von der Erstaufnahme, ablehnen. Der Aufenthalt in einer Erstaufnahmestelle ist auf die kürzest mögliche Zeit zu beschränken. Asylbewerber_innen sollten so schnell wie möglich in eine normale Wohnung ziehen dürfen. Sogenannte Gemeinschafts- und Sammelunterkünfte widersprechen unserem Verständnis von einer angemessenen und menschenwürdigen Unterbringung Geflüchteter. Wir lehnen jedoch Gemeinschaftsunterkünfte nicht grundsätzlich ab. Vielmehr muss es endlich bundesweit einheitliche Mindeststandards geben, die solche Unterkünfte gewährleisten, welche mindestens folgende Bereiche abdecken: Mindestwohn- und Schlaffläche. Anzahl der pro Raum untergebrachten Personen, abgeschlossene Wohnbereiche, Sanitär- und Kochbereiche pro Person, Gemeinschaftsräume und Freizeitmöglichkeiten.

Der Anspruch ist und bleibt die möglichst schnelle, dezentrale Unterkunft von Geflüchteten in Wohnungen statt Sammelunterkünften!

Dafür braucht es vor allen Dingen eines: genug bezahlbarer Wohnraum! Durch jahrelange Reduzierung von Unterbringungskapazitäten waren die heute so oft von Gemeinden und Ländern beklagten Schwierigkeiten bei der Unterbringungen absehbar und hausgemacht. Die Unterbringung von Geflüchteten kann also nicht ohne die Wiederaufnahme des sozialen Wohnungsbaus gedacht werden. Uns ist dabei wichtig, zu betonen, dass der soziale Wohnungsbau schon seit langem hätte angegangen werden müssen. Die Forderung nach Wiederaufnahme ist deshalb unabhängig von der Zahl der Geflüchteten. Die finanziellen Auswirkungen dieser Maßnahme sind deshalb auch nicht auf die gestiegene Anzahl der Geflüchteten zurückzuführen. Auch sind verstärkt zivilgesellschaftliche Unterstützung bei der Wohnungssuche oder Aufnahme in WGs oder Privatwohnungen zu fördern und Gleichzeitig bürokratische Hürden abzubauen.

Hier geht's zu unseren ausführlichen Positionen zur Asylpolitik (beschlossen im November 2015 in Bremen)

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